Dämmerung

Für die Messung der Höhe eines Sterns über dem Horizont müssen zwei Voraussetzungen erfüllt sein: Der Stern muss sichtbar sein, und der Horizont muss ebenfalls sichtbar sein. Ist es zu dunkel, lässt sich der Horizont nicht mehr erkennen. Ist es zu hell, ist von den Sternen nur noch die Sonne sichtbar. Deshalb ist die Sonne für die astronomische Navigation ein besonders wichtiger Himmelskörper.

Die Dämmerung wird in folgende Phasen eingeteilt:

  1. Bürgerliche Dämmerung

    Der Mittelpunkt der Sonne befindet sich weniger als 6° unter dem Horizont, während die Sonnenscheibe vollständig untergegangen ist.

  2. Nautische Dämmerung

    Der Mittelpunkt der Sonne befindet sich mehr als 6°, aber weniger als 12° unter dem Horizont.

  3. Astronomische Dämmerung

    Der Mittelpunkt der Sonne befindet sich mehr als 12° unter dem Horizont.

  4. Nacht

    Der Mittelpunkt der Sonne befindet sich mehr als 18° unter dem Horizont.

Der Sonnenaufgang beginnt, wenn der obere Rand der Sonnenscheibe über dem Horizont erscheint. Der Sonnenuntergang endet, wenn ihr oberer Rand unter den Horizont sinkt. Sternhöhen können nach Sonnenuntergang gemessen werden. Die günstigste Zeit dafür liegt etwa in der Mitte der bürgerlichen Dämmerung. Gegen Ende der nautischen Dämmerung ist der Horizont bereits zu schlecht sichtbar, um zuverlässige Höhenmessungen durchführen zu können.

Während der astronomischen Dämmerung empfindet das menschliche Auge den Himmel bereits als dunkel. Die lichtschwächsten Himmelsobjekte, etwa Nebel oder ferne Galaxien, bleiben jedoch wegen des in der Atmosphäre gestreuten Sonnenlichts noch unsichtbar.


Hamburg VII 2026