Sternidentifikation

Bei der Verwendung der Tabelle gehen Sie wie folgt vor:

  1. Befinden Sie sich auf der Nordhalbkugel, verwenden Sie die gemessene rechtweisende Peilung als Ortsstundenwinkel (LHA) in der Tabelle. Befinden Sie sich auf der Südhalbkugel und ist die rechtweisende Peilung größer als 180°, verwenden Sie rechtweisende Peilung − 180° als LHA. Ist die rechtweisende Peilung kleiner als 180°, verwenden Sie 180° − rechtweisende Peilung als LHA.
  2. Verwenden Sie die gemessene Höhe des Gestirns als Deklination in der Tabelle.

Die aus der Tabelle abgelesene Höhe (Hc) liefert die richtige Deklination des Gestirns. Gelangen Sie dabei in den Bereich CONTRARY, so ist die Deklination südlich, wenn sich Ihr Standort auf der Nordhalbkugel befindet, und umgekehrt. Der aus der Tabelle abgelesene Azimut entspricht nach dieser Umrechnung dem richtigen Ortsstundenwinkel (LHA).

Befinden sich Ihr Breitengrad und die aus der Tabelle abgelesene Deklination (für die Sie die gemessene Höhe verwendet haben) im Bereich SAME, gelten folgende Formeln:

  • Liegt die rechtweisende Peilung zwischen 0° und 180°, gilt: LHA = 360° − Azimut.
  • Liegt die rechtweisende Peilung zwischen 180° und 360°, gilt: LHA = Azimut.

Befinden Sie sich auf der Nordhalbkugel und gelangen in den Bereich CONTRARY, gelten folgende Formeln:

  • Liegt die rechtweisende Peilung zwischen 90° und 180°, gilt: LHA = 180° + Azimut.
  • Liegt die rechtweisende Peilung zwischen 180° und 270°, gilt: LHA = 180° − Azimut.

Befinden Sie sich auf der Südhalbkugel und gelangen in den Bereich CONTRARY, gelten folgende Formeln:

  • Liegt die rechtweisende Peilung zwischen 0° und 90°, gilt: LHA = 180° + Azimut.
  • Liegt die rechtweisende Peilung zwischen 270° und 360°, gilt: LHA = 180° − Azimut.

Dies ist möglich, weil die Tabelle bereits vorberechnete Lösungen des nautischen Dreiecks enthält. Auch bei der Sternidentifikation besteht die Aufgabe letztlich darin, ein sphärisch-trigonometrisches Dreieck zu lösen. Man könnte dafür zwar ein eigenes Tabellenwerk erstellen, dieses würde jedoch exakt dieselben Zahlenwerte enthalten wie die Tabellen zur Standortbestimmung – lediglich Zeilen, Spalten und Beschriftungen müssten gemäß den oben beschriebenen Regeln umbenannt werden. Anstatt zusätzlichen Platz im Bücherregal zu beanspruchen und weitere Kosten zu verursachen, nutzt man diese Umrechnungsregeln und kann dasselbe Tabellenwerk sowohl für die Standortbestimmung als auch für die Sternidentifikation verwenden.


Hamburg VII 2026