Jetzt hast du bereits eine Vorstellung davon, wie sich die geografische Breite bestimmen lässt, wenn ein Stern seine obere Kulmination erreicht. Dies beruht darauf, dass jeder Stern eine bestimmte Deklination besitzt, also den Winkel zwischen dem Stern und der Ebene des Erdäquators. Da Sterne am Himmel praktisch ortsfest sind, ändert sich ihre Deklination im Laufe der Zeit kaum. Die Deklination gibt an, über welcher geografischen Breite sich der Stern stets befindet und auf welche Breite sein Projektionspunkt auf der Erde immer fällt.
Durch die Erdrotation bewegt sich der Projektionspunkt eines Sterns entlang eines Breitenkreises, dessen geografische Breite genau der Deklination des Sterns entspricht. Dieser Projektionspunkt umrundet die Erde in 24 Stunden einmal vollständig.
Um zu bestimmen, über welchem Punkt der Erde sich ein Stern zu einem bestimmten Zeitpunkt befindet, werden sowohl die Deklination als auch der Stundenwinkel benötigt. Es gibt drei verschiedene Stundenwinkel. Zunächst betrachten wir den Greenwich-Stundenwinkel (GHA).
Der Nullmeridian (0° Länge) verläuft durch den Londoner Stadtteil Greenwich. Der Greenwich-Stundenwinkel ist der Winkel zwischen diesem Meridian und dem Meridian des Sterns, gemessen entlang des Erdäquators.
In der Abbildung oben beträgt der Greenwich-Stundenwinkel von Alnilam etwa 270°, der von Diphda etwa 310° usw. Durch die Erdrotation ändert sich der Greenwich-Stundenwinkel fortlaufend um 1° in vier Minuten.
Hamburg VII 2026