Das Azimut ist auf der Nordhalbkugel der Winkel zwischen der geografischen Nordrichtung und der Richtung zum Subpunkt eines Sterns. Befindet sich der Stern westlich von Ihnen, ist das Azimut westlich und der Stern geht unter. Befindet sich der Stern östlich von Ihnen, ist das Azimut östlich und der Stern steigt seiner oberen Kulmination entgegen. Bei der oberen Kulmination beträgt das Azimut entweder 180° oder 0°, je nachdem, ob sich der Stern südlich oder nördlich von Ihnen befindet.
Befinden Sie sich auf der Südhalbkugel, so ist das Azimut der Winkel zwischen der geografischen Südrichtung und der Richtung zum Subpunkt des Sterns.
Wichtig ist dabei, dass Sie sich auf der Südhalbkugel befinden. Die Lage des Subpunkts des Sterns spielt dabei keine Rolle.
Das Azimut wird angegeben, indem vor dem Winkel ein N oder S gesetzt wird, je nachdem, ob von geografisch Nord (N) oder geografisch Süd (S) gemessen wird. Hinter dem Winkel steht ein E oder W, je nachdem, ob der Winkel nach Osten (E) oder Westen (W) gemessen wird. Im oberen Bild beträgt das Azimut beispielsweise S 120° W. Im ersten Bild dieses Abschnitts ist es N 120° W und im zweiten Bild N 95° E.
Die Verwendung des Azimuts vereinfacht den Aufbau nautischer Tabellen. Dieselben Tabellenwerte können sowohl auf der Nord- als auch auf der Südhalbkugel sowie für Sterne östlich oder westlich des Beobachters verwendet werden. Dies wird im Abschnitt Lösung des nautischen Dreiecks (Sight Reduction) deutlicher.
Hamburg VII 2026