Gerade wegen der gewaltigen Entfernungen im Weltall und der scheinbar festen Positionen der Sterne können sie zur Navigation verwendet werden. Von Proxima Centauri oder ihrem Nachbarstern Alpha Centauri aus betrachtet wäre die Umlaufbahn der Erde um die Sonne nur ein unbedeutendes Schwanken. Für die Navigation können Sie sich die Sterne daher als im Raum feststehend vorstellen und die Erde als Mittelpunkt zwischen ihnen. Die Bewegung der Erde um die Sonne ist so gering, dass sie hier vernachlässigt werden kann. Natürlich bewegen sich die Sterne relativ zueinander, jedoch so langsam, dass sich ihre Positionen während eines Menschenlebens praktisch nicht verändern.
Der Sternenhimmel scheint sich aus nur zwei Gründen zu verändern.
Sie können sich den Sternenhimmel als eine riesige Kugel vorstellen, die die Erde umgibt und an deren Innenseite die Sterne befestigt sind. Tatsächlich stellten sich bereits die Babylonier die Welt so vor. Wir befinden uns auf der Erde im Mittelpunkt einer riesigen Hohlkugel, an deren innerer Oberfläche die Sterne angebracht sind. Während sich die Erde im Zentrum dieser Hohlkugel dreht, sehen wir jeweils unterschiedliche Bereiche ihrer Innenseite.

Von jedem Ort auf der Erde aus können Sie immer nur eine Hälfte der Himmelssphäre sehen. Die Erde unter Ihren Füßen verdeckt die andere Hälfte.

Während sich die Erde dreht, sehen Sie nacheinander unterschiedliche Bereiche der Himmelssphäre.

Das gilt natürlich nur, wenn ständig Nacht wäre oder Sie ein Teleskop beziehungsweise ein Fernglas benutzen. Mit einem Teleskop lassen sich die hellsten Sterne auch am Tag oder zumindest während der Morgen- und Abenddämmerung beobachten.
Welche Seite der Erde von der Sonne beleuchtet wird, hängt von der Jahreszeit ab. Darauf kommen wir später noch zurück. In den folgenden Kapiteln wird die Sonne zunächst außer Betracht gelassen. Es wird angenommen, dass Sie die Sterne unabhängig davon sehen können, ob gerade Tag oder Nacht ist.
Hamburg VII 2026