Wir haben nun alle Bestandteile des nautischen Dreiecks kennengelernt. Ein nautisches Dreieck ist ein Dreieck auf der Himmelskugel, das durch den Zenit, den Himmelspol und ein Gestirn gebildet wird.
Wenn Sie die Koordinaten eines Sterns kennen, also seine Deklination und seinen Ortsstundenwinkel (LHA), und zusätzlich seine Höhe über dem Horizont messen, können Sie Ihren Breitengrad bestimmen.
Der Ortsstundenwinkel lässt sich berechnen, wenn Sie das Azimut beziehungsweise die rechtweisende Peilung und die Deklination des Sterns kennen. Siehe die Abbildung oben. Das Azimut beziehungsweise die rechtweisende Peilung gibt die Richtung des Subpunkts des Sterns relativ zu Ihrem Standort an. Der Subpunkt des Sterns liegt auf dem Großkreis, der durch Ihren Standort verläuft. Seine Winkelposition relativ zu Ihrem Längengrad wird durch den Ortsstundenwinkel beschrieben. Liegt die Deklination bei 0°, befindet sich der Subpunkt auf dem Schnittpunkt dieses Großkreises mit dem Äquator. Ist die Deklination größer als 0° und nördlich, liegt der Subpunkt entsprechend der Deklination nördlich des Äquators.
Ebenso können Sie die Höhe eines Sterns über dem Horizont berechnen, wenn Ihr Breitengrad, der Ortsstundenwinkel (LHA) und die Deklination des Sterns bekannt sind. Denken Sie daran, dass sich der Ortsstundenwinkel durch die Erdrotation fortlaufend ändert – um einen Grad in vier Minuten.
Hamburg VII 2026