Am Nordpol bleiben alle Sterne in derselben Höhe über dem Horizont. Durch die Erdrotation scheinen sie sich einmal in 24 Stunden um Sie herum zu drehen.
Von unten nach oben betrachtet sieht das folgendermaßen aus.
Durch die Erdrotation bewegen sich die Sterne scheinbar um den nördlichen Himmelspol. Polaris erscheint nahezu unbeweglich, da er sich sehr nahe am Himmelspol befindet. Die Sterne gehen weder auf noch unter, sondern bleiben ständig in derselben Höhe über dem Horizont.
Bewegt man sich vom Nordpol in Richtung Äquator, verändert sich die scheinbare Bewegung der Sterne. Polaris bleibt im Norden stehen und befindet sich beispielsweise in Helsinki etwa 60° über dem Horizont. Die übrigen Sterne scheinen sich um ihn zu drehen. Je nach Jahreszeit und damit nach der Länge der Nacht erreichen Sterne, die am Abend im Osten aufgehen, vor Sonnenaufgang den westlichen Horizont oder auch nicht. Im Winter gelingt dies häufig, sodass während einer einzigen Nacht ein großer Teil der Himmelskugel beobachtet werden kann.
In der Nähe des Nordpols gehen viele Sterne niemals unter. Sie steigen südlich des Himmelspols höher und höher und sinken auf der Nordseite des Himmelspols wieder in Richtung Horizont. Ihre untere Kulmination erreichen sie genau im Norden auf dem unteren Himmelsmeridian.
Von unten betrachtet sieht die Situation in Finnland ungefähr so aus.
Sterne nördlich des Polarsterns bewegen sich vom Westen nach Osten und umkreisen dabei den Polarstern. Wenn sie den Himmelsmeridian durchqueren – also die Nord-Süd-Linie am Himmel –, erreichen sie ihre obere Kulmination und damit ihre größte Höhe über dem Horizont.
Sterne südlich des Polarsterns gehen im Osten auf, erreichen ihre obere Kulmination und gehen schließlich im Westen unter.
Diese gesamte scheinbare Bewegung entsteht ausschließlich durch die Rotation der Erde. In Wirklichkeit bleiben die Sterne nahezu unbeweglich – Sie selbst bewegen sich mit der rotierenden Erde.
Am Äquator sieht die scheinbare Sternbewegung wiederum anders aus. Dort liegen sowohl der nördliche als auch der südliche Himmelspol genau auf dem Horizont. Der untere Teil des Himmelsmeridians befindet sich vollständig unter dem Horizont. Alle Sterne gehen im Osten auf, steigen zum oberen Himmelsmeridian auf und gehen anschließend im Westen unter.
Hamburg VII 2026