Siderischer Stundenwinkel (SHA)

Da die Sterne auf der gedachten Himmelskugel praktisch ortsfest sind, lässt sich ihre Position am Himmel durch zwei Werte beschreiben: die Deklination und den siderischen Stundenwinkel (SHA). Der siderische Stundenwinkel ist der Winkel, gemessen vom Widderpunkt entlang der Äquatorebene der Erde bis zu dem Punkt, an dem sich der Stern senkrecht über bzw. unter der Äquatorebene befindet.

Da der Widderpunkt auf der Himmelskugel als Bezugspunkt dient und sich die Sterne im Maßstab eines Menschenlebens nur äußerst langsam bewegen, ändert sich der siderische Stundenwinkel eines Sterns praktisch nicht.

Für einen technischen Hintergrund klicken Sie hier

Technischer Hinweis: Genau genommen ist der Widderpunkt nicht ortsfest. Durch die Präzession der Erdachse verschiebt er sich entlang des Himmelsäquators um etwa 50,3 Bogensekunden pro Jahr. Diese Bewegung ist bereits in den im Nautischen Jahrbuch veröffentlichten Sternkoordinaten und siderischen Stundenwinkeln berücksichtigt. Für die praktische astronomische Navigation kann der siderische Stundenwinkel eines Sterns daher als konstant angesehen werden.

Kennt man den Greenwich-Stundenwinkel (GHA) des Widderpunkts für einen bestimmten Zeitpunkt sowie den siderischen Stundenwinkel eines Sterns, lässt sich daraus der Greenwich-Stundenwinkel des Sterns einfach berechnen.

Greenwich-Stundenwinkel (GHA) des Sterns = Greenwich-Stundenwinkel (GHA) des Widderpunkts () + siderischer Stundenwinkel (SHA) des Sterns. Ist das Ergebnis größer als 360°, werden 360° abgezogen.

Natürlich ändert sich der Greenwich-Stundenwinkel des Widderpunkts fortlaufend um 1° in vier Minuten, da sich die Erde mit genau dieser Winkelgeschwindigkeit dreht.


Hamburg VII 2026