Von Hanko segelten wir die letzte Etappe bis nach Helsinki. Für den Samstag war kräftiger Wind vorhergesagt, doch kaum hatten wir Hanko verlassen, schlief er für zwei Stunden vollständig ein. Hinter uns tauchte die Luna Sailing Team mit ihrer Finngulf 46 auf, setzte den Gennaker und verschwand förmlich am Horizont. Moderne Regattayachten sind bei leichtem Wind unglaublich schnell. Hätten wir mehr Crew und bereits mehr Erfahrung mit der Hamburg VII gehabt, hätten wir den Geschwindigkeitsunterschied zwischen einer schweren Hochseeregattayacht aus den 1960er-Jahren und einer federleichten Rennmaschine des 21. Jahrhunderts ausprobieren können. Bei so wenig Wind hätten wir allerdings deutlich mehr Segelfläche gebraucht – zunächst das Besanstagsegel und anschließend den Spinnaker, um unsere wesentlich größere benetzte Fläche und unser Gewicht auszugleichen. Wahrscheinlich wäre die Luna trotzdem schneller gewesen, aber bei den Stilpunkten hätten wir durchaus mithalten können.
Die Schärenküste Finnlands ist einzigartig. Vergleichbares haben wir auf unserer Reise kaum gesehen. Häfen wie bei uns wären dort, wo der Tidenhub zwei, fünf oder gar zehn Meter beträgt, kaum denkbar. Außerdem ist es schön, beim Segeln in Finnland das Land immer in der Nähe zu haben und nicht nur als dünnen Streifen am Horizont. Es gibt unterwegs ständig etwas zu entdecken.
Unsere Hafenmanöver waren zu diesem Zeitpunkt noch längst nicht Routine. Zum Glück mussten wir das in der Ostsee übliche Anlegen mit Heckboje und Bug zum Steg zum ersten Mal bei ruhigem Wetter und im vergleichsweise großzügigen Hafen von Andö bewältigen. Trotz Langkiel und fehlendem Bugstrahlruder lässt sich die 57 Fuß lange Hamu auf etwa 60 Fuß Raum wenden. Das gleicht ihre völlige Steuerunfähigkeit im Rückwärtsgang und den starken Windeinfluss auf den hohen Bug zumindest teilweise aus. Dafür braucht man allerdings Übung – und die hatten wir damals noch nicht. Wahrscheinlich wären wir deutlich nervöser gewesen, wenn wir gewusst hätten, dass unsere Propellerwelle kurz vor dem Bruch stand. Tatsächlich brach sie nur wenige Meter vor unserem Heimathafen. Später stellten wir fest, dass die Welle etwa drei Zentimeter zu lang war und sich axial nicht frei bewegen konnte. Dadurch versagte die Verbindung zur Aquadrive-Kupplung.
Insgesamt erreichten wir unser Zuhause mit erstaunlich wenigen Problemen. Die gebrochene Propellerwelle war der einzige ernsthafte technische Defekt. Das zweitgrößte Problem war das Scharnier der Waschmaschinentür. Mit beidem kann man segeln – und eine Waschmaschine hinter einer eleganten Schranktür ist ohnehin purer Luxus. Die Propellerwelle ist inzwischen repariert, und auch für das Scharnier haben wir bereits Ersatz gefunden.
Die Hamburg VII hat all unsere Erwartungen übertroffen und unsere Träume mehr als erfüllt. Mit ihren eleganten Linien und ihren harmonischen Bewegungen zieht sie überall die Blicke auf sich. Wir sind glücklich und dankbar, sie zu unserer Familie zählen zu dürfen. Gerne würden wir sie – und vielleicht auch ein wenig die Faszination des Meeres – mit Ihnen teilen.
Hamburg VII 2026