Der erste Ankerplatz in Finnland

Dienstag, 16. Juli – Mittwoch, 17. Juli
Mitten auf der Ostsee
Leuchtturm Suomen Leijona

Einen Tag verbrachten wir in Visby. Wir schlenderten durch die Altstadt, gingen essen und probierten noch ein paar weitere Eissorten. Bis Helsinki und zur Rückkehr an die Arbeit blieb uns noch eine Woche. Obwohl seit unserer Abreise erst gut drei Wochen vergangen waren, fühlte es sich an, als läge schon eine kleine Ewigkeit hinter uns. So viel hatten wir bereits erlebt. Gleichzeitig schien die verbleibende Woche viel zu kurz. Noch rund 400 Seemeilen trennten uns von Helsinki.

Am Dienstagmorgen wollten wir möglichst früh auslaufen. Der Wind wehte aus Westen und ließ Schwell in den Hafen laufen. Die Hamu tanzte an ihren Festmachern und drückte gegen die Fender – als wolle auch sie endlich wieder hinaus aufs Meer. Wie so oft dauern die kleinen Dinge am längsten. Gegen zehn Uhr konnten wir schließlich die Segel setzen.

Unser nächstes Ziel war Utö. Wenn der Wind hielt, sollten wir den Hafen am folgenden Nachmittag erreichen.

Nachtfahrten auf der Ostsee haben etwas Beruhigendes. Große Fischereifahrzeuge begegnet man kaum, und die Sommernächte sind ohnehin kurz. Die Wachen im Cockpit vergehen fast wie von selbst, während die Landschaft langsam vorbeizieht.

Vor Utö bargen wir die Segel und warfen einen Blick in das Hafenbecken. Ende Juli, mitten in der Hauptsaison, ist Utö oft bis auf den letzten Platz belegt – so auch diesmal. Wir hätten uns als drittes Boot längsseits legen oder draußen ankern können. Beides überzeugte uns nicht. Also liefen wir wieder aus. Der Wind war weiterhin kräftig, sodass wir beschlossen, bis in den Schärengarten von Hitis weiterzusegeln. Der Ankerplatz nördlich von Högsåra ist weit bekannt und bietet fast immer genügend Platz. Sogar Könige sollen dort schon vor Anker gelegen haben.

Die Kinder waren bereits eingeschlafen, als wir den Anker fallen ließen. Zum ersten Mal lag die Hamburg VII – mit uns an Bord – vor Anker in Finnland.


Hamburg VII 2026