Der Yachthafen von Brunsbüttel ist ein kleines, verstecktes Eck am Nordseeende des Nord-Ostsee-Kanals. Am Morgen kontrollierte Dieter unsere Bugleinen und ich glaube, er war mit meiner Leistung vom Vorabend zufrieden, nachdem er gesehen hatte, woran ich den Bug festgemacht hatte. Im Dunkeln hatte ich am Bug hängend versucht, geblendet von den hellen Lichtern an Land, eine kleine schwimmende Holzkonstruktion zu treffen, die eher wie ein rutschiger Steg als ein richtiger Ponton aussah. Tatsächlich gelang es mir, die Vorleine festzumachen – ohne ins Wasser zu fallen, ohne auszurutschen und sogar ohne mir den kleinen Zeh anzustoßen.
Der Ponton hatte keinerlei Verbindung zum Ufer. Wir lagen längsseits an anderen Booten, und zwischen uns und dem Land befanden sich noch zwei weitere Yachten. Um frische Brötchen zu holen, balancierten wir vorsichtig über fremde Decks. „Vorsichtig“ ist allerdings etwas geschönt – ich rutschte aus und landete mit einem solchen Krachen auf dem Deck eines Nachbarbootes, dass vermutlich die gesamte Besatzung schlagartig wach war.
Tagsüber fuhren wir durch den Nord-Ostsee-Kanal. Auf dem Plotter war die Hamu weit entfernt vom Meer zu sehen, mitten auf dem Festland. Am Abend erreichten wir Holtenau und damit wieder die Ostsee. Es fühlte sich fast so an, als wären wir nach Hause gekommen.
In Holtenau verabschiedeten sich Dieter und Ylva von uns und von der Hamburg VII. Nach fünfzehn gemeinsamen Jahren können wir nur erahnen, was sie in diesem Moment empfunden haben. Gemeinsam hissten wir die finnische Flagge, stießen ein letztes Mal an und verabschiedeten uns mit einem „Auf Wiedersehen“. Marina und ich verbrachten anschließend unsere erste Nacht allein an Bord der Hamburg VII.
Hamburg VII 2026