Auf jeden Sturm folgt irgendwann wieder Ruhe. Als wir den Schutz des Hafens hinter uns gelassen hatten, wehte der Wind sanft und erschöpft – wie Eltern, nachdem die Kinder endlich eingeschlafen sind. Nur die See war noch unruhig. Der kräftige Wind der vergangenen Tage hatte die Ostsee in Falten gelegt, und es würde noch eine Weile dauern, bis sie sich wieder glättete.
Pekka schlief ganz im Vorschiff, dort, wo sich das Boot in den Wellen am stärksten hebt und senkt. Als er aus einem Traum erwachte, in dem er kräftig hin- und hergeworfen worden war, stellte er fest, dass genau das tatsächlich geschah. Wenn man gegen die kurzen, steilen Ostseewellen aufkreuzt, hat man manchmal fast das Gefühl, aus der vordersten Koje herausgehoben zu werden. Fast.
Wir orientierten uns an der Wettervorhersage, mieden erneut die Schifffahrtsroute und nahmen Kurs auf die schwedische Küste und die Hanöbucht. Gegen Abend frischte der Wind auf und brachte uns zügig voran, ließ später wieder nach und setzte in der Nacht erneut ein. Die Winde auf der Ostsee wechseln ihre Meinung ungefähr so oft wie ein Politiker. Als die Sonne aufging, herrschte wieder Flaute, und wir fuhren die letzten Meilen unter Motor nach Sandhamn, wo wir zu Mittag essen und etwas ausruhen wollten.
Der Hafen von Sandhamn ist gut geschützt, leicht anzulaufen und offenbar sehr beliebt. Die schwedischen und finnischen Sommerferien waren nicht zu übersehen. Überall lagen Boote, und wer erst am Abend ankam, musste Glück haben, noch einen Liegeplatz zu finden. Als wir einliefen, lagen gerade einmal zwei Boote im Hafen. Bis zum Abend war jeder Liegeplatz belegt.
Auch Pekkas Woche an Bord ging zu Ende. Am nächsten Morgen musste er von Bord gehen und blieb auf dem Steg zurück, um uns nachzuwinken, als wir unsere Reise weiter nach Norden fortsetzten.
Hamburg VII 2026