Cowes und die Isle of Wight

Mittwoch, 26. Juni – Freitag, 28. Juni Isle of Wight

New York (Yacht Club), Newport, die Isle of Wight, Cowes und der Solent – das sind legendäre Namen in der Welt des Segelns. Sie alle sind mit den gewaltigen J-Klassen-Yachten verbunden, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts den America's Cup prägten. Als Nächstes standen für uns die Isle of Wight, der Solent und Cowes auf dem Programm. In meiner Vorstellung war dieser Ort mit Blattgold überzogen und voller klassischer Segelyachten aus lackiertem Mahagoni und Teak.

Nicht ganz.

Der Solent ist die Meerenge zwischen der Isle of Wight und dem englischen Festland. Das erste Rennen um den America's Cup führte rund um die Isle of Wight, und etwa ein Drittel der Strecke verlief durch den Solent. Das Besondere an diesem Revier sind die starken Gezeitenströme. Weht nur wenig Wind und läuft die Strömung gegen das Boot, ist der Anker oft die schnellste Möglichkeit, voranzukommen. Es ist schneller, an Ort und Stelle zu bleiben, als sich rückwärts treiben zu lassen. Manche Crews haben wohl schon unzählige Tassen Tee getrunken, während sie auf den Stromwechsel warteten.

Hamu in Cowes

In der ersten Nacht nach Falmouth segelten und motor­ten wir im Wechsel. Der Wind kam überwiegend von achtern und war nicht besonders stark. Am nächsten Nachmittag war Cowes noch immer weit entfernt, und die Gezeitenströmung lief gegen uns. Deshalb ankerten wir in Swanage. Die Alternative wäre gewesen, den Solent bei Dunkelheit zwischen Schiffsverkehr und starken Gezeitenströmen zu durchqueren.

Am nächsten Tag fuhren wir mit günstiger Strömung nach Cowes, füllten die Dieseltanks und blieben über Nacht. In meiner Vorstellung ist Cowes größer als London, und an seinen Stegen liegen mehr wunderschön lackierte Klassiker als Muscheln am Strand. Nicht ganz. Die meisten Boote bestehen aus GFK. Die Einkaufsstraße war schnell einmal komplett abgelaufen. Dafür hatte fast jedes Geschäft etwas mit dem Segeln zu tun, und die Verkäufer wussten, wovon sie sprachen. Ganz ähnlich wie zu Hause in Lauttasaari. Betrachtet man Lauttasaari von Cowes aus, wirkt es exotisch. Betrachtet man Cowes von Lauttasaari aus, ist Cowes exotisch. An unseren finnischen Küsten gab es Wikinger, H-Boote, Folkeboote, Hai-Boote und mR-Boote. Dieselben Wikinger kamen auch nach Cowes. Dort gab es zusätzlich die Royals, Lipton, Mylne, Fife und die J-Klassen-Yachten. Beide Orte sind auf ihre Weise heilig. Aus irgendeinem Grund erinnerte mich Cowes an Hanko in Finnland.




Hamburg VII 2026