Pekkas Hilfe war unbezahlbar. Während wir die Hamburg VII und ihren Charakter noch kennenlernten, war er eine große Unterstützung für uns.
Öland hätten wir nur zu gern besucht, doch unser Sommerurlaub neigte sich bereits dem Ende zu. Am Samstagmorgen, dem 13. Juli, verließen wir Sandhamn. Kreuzend arbeiteten wir uns zur Südspitze Ölands vor und konnten kurz vor dem nächsten Wendemanöver den dortigen Leuchtturm erkennen. Am Sonntagmorgen erreichten wir die Nordspitze der Insel und sahen den Leuchtturm dort im ersten Licht des Tages. Der Wind war launisch, und über weite Strecken mussten wir mehr Motorboot als Segelyacht sein. So glitten die schönen Häfen Nordölands an uns vorbei.
Auf dem Weg von der Nordspitze Ölands nach Visby begegneten wir der brasilianischen Bark Cisne Branco. Joshua Slocum, der berühmte Weltumsegler, Kapitän und Einhandsegler, verabscheute die Dampfschiffe, die das Zeitalter der Segelschiffe beendeten. Begegnet man einem großen, schnellen Frachtschiff, fragt man sich selbst mitten auf dem offenen Ozean unwillkürlich, wie man ihm rechtzeitig aus dem Weg gehen kann. Ein großes Segelschiff löst dagegen ein völlig anderes Gefühl aus. Es scheint einen einzuladen, ihm näherzukommen – so wie einst die Sirenen Odysseus riefen. Ein Segelschiff wirkt freundlich. Bei all den Segeln, Masten und Leinen erscheint es kaum vorstellbar, dass seine Besatzung überhaupt Zeit hätte, jemanden über den Haufen zu fahren.
Am Nachmittag liefen wir in Visby ein, meldeten uns beim Hafenmeister und bekamen einen schönen Liegeplatz. Schon vom Deck aus konnten wir zwei Eisdielen entdecken, die beide mit einer geradezu unglaublichen Auswahl an Eissorten warben. Unser erstes Ziel in Visby stand damit einstimmig fest.
Hamburg VII 2026